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Der Herr erfüllt Wünsche!

Psalm 37,4

"Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht."

Was bedeutet das?

  1. Wünschen ist erlaubt!
  2. Wünschen hat Verheißung!
  3. Wünschen hat Konsequenzen!

Doch bevor wir über die drei Punkte nachdenken sollten wir einen Einschub machen:
Ein Ehepaar hatte sich zum Gemeinschaftsausflug angemeldet und auf den Tag gefreut. Sie sind nicht in den Bus eingestiegen. Sie haben es sich sicher gewünscht, dabei zu sein. Doch statt zum Ausflug, gingen sie zum Notarzt. Dieser Sonntag verlief für die beiden ganz bestimmt nicht nach Wunsch.
Auch bei David, blieb mancher Wunsch unerfüllt.
Und Paulus hat dreimal zum Herrn gefleht, doch der Pfahl blieb im Fleisch.
Und Jesus, der darum bat, dass der Kelch vorüber geht, der hat ihn ausgetrunken.
Bonhoeffer, der auch bereit war, den bittren Kelch dankbar anzunehmen, sprach davon, dass es ein erfülltes Leben, trotz unerfüllter Wünsche gibt.

Gott hat es nicht ganz einfach bei unserem widersprüchlichen Leben, die Wünsche zu erfüllen. Wir möchten wachsen und reifen und scheuen den Regen, der Wachsen lässt und die Hitze, die die Reife bringt.

Was wünschen wir uns wirklich? Ein unangefochtenes Leben? Oder Wachstum und Reife?

Ein ganz anderes Beispiel:
Wir möchten Freude machen und die Wünsche von geliebten Menschen erfüllen. Das ist so lange unproblematisch, wie die das gleiche wie wir selbst wollen. Wollen wir dann wirklich den Wunsch des anderen erfüllen oder wünschen wir nicht viel mehr, dass es nach unserem Kopf geht? Schon wegen unserer Widersprüchlichkeit lässt sich nicht jeder Wunsch erfüllen.

Aber Gott sieht das Herz an. Er kennt die Prioritäten unserer Wünsche. Und unsere Wünsche haben bei ihm Gewicht. Deshalb:

1. Wünschen ist erlaubt.
Mein Vater hatte den Wunsch daheim umgeben von seinen Lieben zu sterben. Wir haben darüber gesprochen und wahrscheinlich habe ich versucht ihm deutlich zu machen, dass es nicht immer nach Wunsch geht. Da sagte er mir einen Satz, der hängen geblieben ist: Gott darf man seine Wünsche sagen. Dass man Wüsche haben darf, dass man sie im Herzen tragen und vor Gott bringen darf, wird aus dem nächsten Punkt deutlich:

2. Wünsche haben Verheißung:
Gott gibt, was sich unser Herz wünscht. An anderer Stelle hat diese Verheißung einen anderen Wortlaut:
Bittet - so wird euch gegeben
Suchet - so werdet ihr finden
Klopft an - so wird euch aufgetan.
Gott reagiert auf das, was unser Herz bewegt.
Unsere Bitten und unsere Wünsche stoßen bei ihm nicht auf taube Ohren und wenn wir wünschen, dass wir zu ihm kommen können, dann wird uns ganz gewiss aufgetan.

3. Wünschen hat Konsequenzen.
Wenn Gott Wünsche erfüllt, dann müssen wir auf unsere Wünsche achten.
Ein erfüllter Karrierewunsch und ich kann die 35-Stunden-Woche vergessen.
Der erfüllte Wunsch 100 Jahre alt zu werden bedeutet 100 Jahre leben zu müssen. Dabei werden die Menschen, die einen begleiten weniger und die Beschwerden werden meistens mehr.
Der erfüllte Wunsch - niemand zur Last zu fallen, bedeutet dann allein zu stehen. Denn wenn ich mich an jemand anlehne, wenn mich jemand hält oder gar trägt, dann wäre ich ihm ja Last.
Wenn Wünsche erfüllt werden, dann muss ich also schon darauf achten, was ich mir wünsche. Es gibt ja nicht nur heilsame Wünsche, sondern auch destruktive, zerstörerische Wünsche. Sollen die erfüllt werden? Und je mehr wir an dieser Stelle nachdenken, werden wir unsicherer? Führen unsere Wünsche wirklich zum Ziel? Tu ich anderen und mir damit etwas Gutes?

Da gilt es den ersten Teil des Bibelworts zu hören:
Habe deine Lust an dem Herrn!
Wenn wir an Gott unsere Freude habe, dann wird das unsere Wünsche prägen.
Habe deine Lust an dem Herrn, liest sich in der Übersetzung des Juden Naftali Herz Tur-Sinai wie folgt: "Verwöhne dich beim Ewigen. Er gibt dir deines Herzens Wünsche. "
Verwöhne dich.
Verwöhn dich - Verwöhnen lassen ist etwas Schönes. Verwöhnwochenende liegen im Trend.
Verwöhne dich beim Ewigen.
Das heißt doch, die Gemeinschaft mit Gott tut wohl, tut so gut und ich erfahre:
Er gibt mir meines Herzens Wünsche.
Das heißt, er schenkt mir die richtigen, die heilsamen, konstruktiven Wünsche und legt sie in mein Herz. Und da fällt es ihm leicht, diese guten Wünsche zu erfüllen. Er ist doch der, der als Vater liebt, als König schenkt. Wenn wir uns bei ihm verwöhnen, dann beten wir am Ende vielleicht das gleiche wie Blaise Pascal. Dieser begnadete Mann, war nach eigenen Aussagen seit seinem 18. Lebensjahr nie ohne Schmerzen. Trotzdem betete er:

Vater im Himmel, ich bitte
weder um Gesundheit noch um Krankheit,
weder um Leben noch um Tod,
sondern darum, dass du über meine Gesundheit und meine Krankheit,
über mein Leben und meinen Tod verfügst
zu deiner Ehre und meinem Heil.
Du allein weißt, was mir dienlich ist.
Du allein bist der Herr, tue, was du willst.
Gib mir, nimm mir, aber mache meinen Willen dem deinen gleich. Amen.

von Martin Plieninger

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